Katholische Kirche im Kinzigtal

Der 'Neue' im Jossgrund - Pater Robert Jauch OFM stellt sich vor

"Schaut her, ich bin's..."



Mit den Worten in der Überschrift stellt sich der Bajazzo im Prolog der gleichnamigen Oper von Ruggiero Leoncavallo vor. Diese Oper bringt „Bühne“ auf die Bühne und bezieht die Zuschauer sehr eindrücklich ins Geschehen mit ein. Es war eine der Lieblingsopern von Enrico Caruso, dem berühmtesten Tenor Anfangs des 20. Jahrhunderts. 


Die Oper, zumal die italienische, darf ich selbst mein größtes Hobby nennen, und so sage ich zu meiner Einführung hier im Jossgrund: „Schaut her, ich bin’s“ und fahre mit dem Bajazzo, fort: „doch nah' ich ganz ernsthaft und grüße euch, werte Damen und Herren“.


Bevor ich Sie mit Daten und Fakten aus meinem Leben „zuschütte“, möchte ich kurz die drei Säulen nennen, denen ich verdanke, daß ich heute hier stehe:


Da ist zunächst meine Familie. Ich erfuhr mich stets als gewolltes und geliebtes Kind meiner Eltern Robert (+2000) und Marianne (+2009) Jauch, die mich, in Düsseldorf 1954 geboren, hier und später in Neuss wohlbehütet aufwachsen ließen. 1957 überstand ich, ziemlich heil, die Kinderlähmungsepidemie in Deutschland, die mit der Einführung der Schluckimpfung 1962 dann in Deutschland rapide an Gefährlichkeit einbüßte. Zusammen mit meinem älteren Bruder und meiner jüngeren Schwester haben wir mit der Muttermilch, glaube ich, das „Grundvertrauen“ erfahren können, von dem unser Fuldaer Bischof im Fastenhirtenwort 2020 mehrmals spricht. 

Meine religiöse Sozialisation war nie durch Frömmelei und Gebetshäufung geprägt, wohl aber vom regelmäßigen Sonntagskirchgang. Nie habe ich den als Zwang empfunden. Ich bin für das gelebte Beispiel meiner Eltern sehr dankbar. 1973 bestand ich das Abitur am Neusser Quirinus-Gymnasium und begann mein Lehramtsstudium in Bonn (Katholische Religion und Sozialwissenschaften).


Damit bin ich bei der zweiten Säule. Ich wurde in Bonn Mitglied eines katholischen Studentenvereins, der Arminia, die zum Kartellverband katholischer deutscher Studentenvereine (KV) gehört. Hier fand ich den Mut, andere Studienorte wie Innsbruck und Würzburg mit anderen Verbindungen des KV aufzusuchen und fand Freunde bei Rhenania in Innsbruck und Rheno-Frankonia in Würzburg. 
Wichtig war mir immer der Halt, den ich an bis dahin unbekannten Studienorten durch die Bundesbrüder in den Verbindungen erhielt, und der freundschaftliche Austausch mit Studenten anderer Studienfächer. Diesen Vereinen gehört man auf Lebenszeit an, und so bin ich nach dem Examen dem KV-Verband, auch in verschiedenen Funktionen, treu geblieben.


Das mag mit eine Ermutigung gewesen sein – meine dritte Säule –, mich nach dem Examen und einer Zeit als freier Journalist 1982 dem Franziskanerorden („OFM“ ist das offizielle Kürzel unseres Ordens und bedeutet „Ordo Fratrum Minorum – Orden der minderen Brüder“) anzuschließen und am 22. August ins Noviziat in Neviges (bei Wuppertal) einzutreten, wiederum aus dem Grundvertrauen heraus, mit dem auch unser Bischof sich nach einer Bedenkzeit entschlossen hatte, den Weg zum Priestertum weiterzugehen (s. Hirtenbrief 2020). Meine neue Heimat wurde damals die Kölnische Franziskanerprovinz, die 2010 schließlich mit den drei anderen deutschen Provinzen fusioniert hat. Im Orden wurde ich am 16. April 1988 in Saarbrücken von Bischof Franz Hoenen SVD (1919-1997) zum Priester geweiht, war inzwischen Aushilfs-, Beicht- und Wallfahrtspater, dann Archivar unserer Ordensprovinz und 1995-2000 Pfarrer am Wallfahrtsort Neviges. Am meisten geprägt hat mich aber die Zeit, die ich im Dienst für Papst und Kirche mit meinen Mitbrüdern im Heiligen Land, d. h. im Zentrum, also in Jerusalem verbringen durfte (2005-2010). Wenn auch momentan offensichtlich kein Platz für einen Pater mit Hundebegleitung in einem unserer Klöster der Deutschen Franziskanerprovinz ist – dem hl. Franziskus sei’s geklagt –, so ist diese Tatsache mitverantwortlich dafür, daß ich nun im schönen Spessart leben und arbeiten darf. Ich bin gespannt, als Priester hier wirken zu dürfen, und freue mich auf die Begegnungen mit vielen Menschen „guten Willens“. 


Ich ende mit dem Schluß des eingangs zitierten Prologs zum „Bajazzo“: „Andiam. Incominciate!“ 

(Wohlan! Laßt uns beginnen!“) 

PAX ET BONUM! (Friede und alles Gute) 

Ihr Pater Robert ofm (mit Anu)

 

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